Deutschland Wald

Ich gehe irgendwohin.

Ich bin allein.

Ich gehe durch den Wald.

Der Wald ist sehr schön. Wunderbar.

Ich bleibe stehen und sehe den Wald an.

Ich muss mich erinnern.

Ich spüre den Wind im Wald. Die kalte Luft. Der Schnee schmilzt.

Meine Füße sind kalt. Meine Hände sind kalt.

Meine Schuhe sind aus Tierhaut.

Ich bin hungrig. Aber ich bin glücklich. Ich bin frei. Ich fühle Freude. Es ist wie Frühling in mir.

Ich gehe zu meinen Kindern.

Ich habe drei Kinder. Eine Tochter und zwei Söhne.

Sie sind drei, sechs und zehn Jahre alt.

Meine Kinder sind weit weg. Ich muss drei Tage gehen.

Meine Kinder sind bei meiner Mutter.

Ich trage einen Korb. Ich trage auch einen Beutel auf dem Rücken.

Im Korb habe ich gesalzenen Fisch, trockenes Brot, Mehl, Kartoffeln und Samen.

Im Beutel habe ich zwei kleine Kleider für meine Tochter. Für meine Söhne habe ich Hosen, Gürtel und Handschuhe.

Der Vater meiner Kinder ist tot.

Ich fühle nichts.

Ich will die Traurigkeit vergessen.

Aber ich mache mir Sorgen um meine Kinder.

Hunger. Kälte. Ein hartes Leben.

Meine Kinder brauchen mich.

Unser Dorf ist zerstört.

Der Krieg kam zu uns.

Wir haben lange nichts gegessen.

Wir waren ein kleines Dorf.

Jetzt ist da Leere.

Meine Hütte ist noch da.

In meiner Hütte sind drei Bärenfelle auf dem Boden. Ein Topf. Eine Bank.

Da ist auch ein langes, scharfes Stück Metall. Es hat keinen Griff.

Ich schneide alles damit.

Ich schneide damit auch die Haare meiner Kinder.

Ihre Haare sind lang. Aber ich schneide sie, damit sie sauber bleiben.

Meine Kinder müssen für die Soldaten nutzlos aussehen.

Die Soldaten brauchen Menschen zum Tragen, Putzen und Arbeiten. Wie Sklaven.

Ich sage zu meinen Kindern:

„Ihr müsst krank aussehen.“

Ich schneide ihnen die Haare. Ich bedecke sie mit Erde. Ich tue Kohle auf ihre Augenlider. Ich lege sie auf die Felle.

Meine Mutter weint.

Meine Kinder husten. Sie sind nicht krank. Sie tun nur so.

Die Soldaten sollen glauben, dass sie krank sind.

Die Soldaten sehen meine Kinder nicht.

Sie sehen nur meine Mutter.

Ich bin weit weg. Ich sehe alles von Weitem.

Die Soldaten schlagen meine Mutter.

Ich habe Angst.

Sie dürfen mich nicht sehen.

Wenn sie mich sehen, ist es schlimmer.

Sie nehmen mich mit.

Ich weiß das wegen meiner Nachbarin.

Die Soldaten haben meine Nachbarin mitgenommen.

Ich habe sie nie wieder gesehen.

Ich habe Hunger.

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